Das Wichtigste in Kürze
- Honorarberater rechnen über einen Stundensatz, ein Pauschal-/Festhonorar oder eine laufende Betreuungsgebühr ab, nie über Produktprovisionen.
- Übliche Stundensätze liegen bei 150 bis 300 € inkl. MwSt., die Gesamtkosten einer Beratung meist zwischen 900 und 2.000 €.
- Das Honorar wird direkt bezahlt. Dafür ist die Beratung frei von Provisionsinteressen und vollständig transparent.
- Langfristig ist die Honorarberatung in vielen Fällen günstiger als die provisionsbasierte Beratung.
Was kostet ein Honorarberater?
Anders als bei der Provisionsberatung sind die Kosten eines Honorarberaters von Anfang an sichtbar: Es wird ein vereinbartes Honorar bezahlt, und der Berater verdient nichts an den empfohlenen Produkten. Die Höhe hängt vom gewählten Vergütungsmodell, vom Umfang und von der Komplexität der jeweiligen Situation ab.
Als grobe Orientierung gelten am Markt:
- Stundensatz: 150 bis 300 € inkl. MwSt.
- Pauschal-/Festhonorar: unterer bis mittlerer vierstelliger Bereich
- Laufende Betreuung: 0,7 bis 1,2 % des betreuten Vermögens pro Jahr
- Typisches Gesamthonorar einer Beratung: 900 bis 2.000 €
Die Vergütungsmodelle im Detail
Stundensatz
Das flexibelste Modell, ideal für punktuelle Fragen oder eine Zweitmeinung zu den eigenen Geldanlagen. Bezahlt wird nur die tatsächlich aufgewendete Zeit. Die Stundensätze beginnen je nach Anbieter bei etwa 120 Euro zzgl. MwSt.
Pauschal- bzw. Festhonorar
Für klar definierte Leistungen, etwa eine Ruhestandsplanung oder ein vollständiges Anlagekonzept, wird ein fester Betrag vereinbart. Vorteil: Die Kosten sind vorab punktgenau bekannt, unabhängig vom Zeitaufwand des Beraters.
Laufende Betreuung
Wer eine dauerhafte Begleitung wünscht, vereinbart eine laufende Vergütung, häufig als Prozentsatz des betreuten Vermögens (0,7 bis 1,2 % p. a.) oder als monatliche Pauschale. Sinnvoll, wenn die Strategie regelmäßig überprüft und angepasst werden soll.
Erfolgsbeteiligung
Eine an die Wertentwicklung gekoppelte Vergütung ist möglich, aber wenig verbreitet und mit Vorsicht zu betrachten, da sie Anreize für höhere Risiken setzen kann.
Konkrete Kostenbeispiele
Beispielhafte Nettohonorare für typische Leistungen:
| Leistung | Honorar (netto) |
|---|---|
| Basisberatung (punktuell) | ab 450 € |
| Anlageberatung (bis 100.000 €) | ab 800 € |
| Ruhestandsplanung (kompakt) | ab 750 € |
| Ruhestandsplanung (umfassend) | ca. 1.700 € |
| Umfassende Finanzplanung | 1.200 bis 2.400 € |
Die genauen Konditionen werden bei seriösen Honorarberatern vorab transparent festgelegt, sodass Sie immer vorher wissen, wieviel und wofür Sie bezahlen.
Welche Faktoren beeinflussen die Kosten?
- Umfang und Komplexität: Einzelfrage oder ganzheitliche Finanzplanung über mehrere Bausteine?
- Vermögenshöhe und Produktvielfalt: mehr Positionen bedeuten mehr Analyseaufwand.
- Qualifikation des Beraters: Zertifizierungen (z. B. §34h GewO, ETF-Spezialist) und Erfahrung.
- Einmalig oder laufend: punktuelle Beratung gegenüber dauerhafter Betreuung.
Honorar- vs. Provisionsberatung: der Kostenvergleich
Provisionsberatung wirkt „kostenlos", ist es aber nicht: Die Vergütung steckt als Abschluss- und Bestandsprovision in den Produkten, oft intransparent und über die gesamte Laufzeit. Beim Honorarberater wird ein sichtbares Honorar bezahlt, dafür entfallen die laufenden Provisionskosten.
Faustregel: Übersteigen die über die Anlagedauer vermiedenen Provisions- und Bestandskosten das Beraterhonorar, ist die Honorarberatung günstiger. Bei langfristigen Anlagen ist das häufig der Fall.
Sind die Kosten steuerlich absetzbar?
Unter bestimmten Voraussetzungen lassen sich Honorare steuerlich geltend machen, beispielsweise als Werbungskosten bei Einkünften aus Kapitalvermögen. Ob das im Einzelfall greift, hängt von der individuellen Situation ab und sollte mit einem Steuerberater abgestimmt werden.
Wann lohnt sich ein Honorarberater?
Eine Honorarberatung lohnt sich, wenn unabhängige, transparente Beratung ohne Verkaufsdruck gewünscht ist und die Geldanlage langfristig ausgelegt ist. Genau dann übersteigt der Nutzen aus vermiedenen Provisionskosten und einer passgenauen Strategie das gezahlte Honorar in der Regel deutlich.
Fazit
Die Kosten eines Honorarberaters sind auf den ersten Blick höher, weil sie sichtbar sind. Genau diese Transparenz, kombiniert mit dem Wegfall von Interessenkonflikten, macht die Honorarberatung für langfristig orientierte Anleger meist zur wirtschaftlich besseren Wahl.

